Icons

Die Arbeitsaufenthalte Artbergs in Urwäldern und auf unbewohnten Inseln im Südpazifik der letzten Jahre haben in seinen neuen Werken eine interessante Veränderung bewirkt. Nach den farbintensiven und dichten Bildern aus Neuseeland und Frankreich der Jahre zwischen 1988 und 1997 sind nun die Arbeiten sehr grafisch orientiert. Es dominiert die Reduktion auf medidative Symbolhaftigkeit. Artberg versteht es gekonnt Elemente aus alten Kulturen wie der ägyptischen, der Inka- und Mayakultur, der polynesischen, wie die der Aboriginies in Australien mit Formen der heutigen westlichen Zivilisation zu kombinieren. Viele der "ICONS" erinnern durch ihre Struktur an die Moiremuster einer schon beinahe vergessenen Computergeneration die erst ein paar Jahre zurück liegt. Damit wird eine ganz eigenartige Wirkung erreicht, die diese zeitlich so weit auseinanderliegenden Welten verbindet. Seine ICONS werden zu mythischen Zeichen, erfassbar nur durch die Sprache des Unterbewußten. Die hochformatigen Arbeiten lassen Assoziationen zu alten ägyptischer Darstellungen entstehen. Es scheint, als spiele der Künstler mit den Formen, die gleichwohl aus Maschinenteilen wie aus Printplatten oder aus irgendwelchen prähistorischen Zeichnungen entlehnt sein könnten. Trickreich verführt er den Betrachter zu den verschiedensten Spekulationen. Alte Symbolsprachen werden übernommen und zu neuen Zeichen kombiniert und bekommen so eine andere Bedeutung und Aussage. Die reliefähnlichen Arbeiten mit in ihrer Gesamtheit schwer erfassbaren Grafik sind feingliedrige Zeichnungen, die dazu verleiten das Bild Teil um Teil zu entdecken. Die Technik, mit der Artberg die Zeichnung erhaben auf die Leinwand bringt, ist interessant und ungewohnt. Wieder werden Beziehungen zu Felszeichnungen oder Gravuren aus alten Kulturen hergestellt, und auch hier gibt es Bezugspunkte zu unserer heutigen Kultur. Artberg wandelt spielerisch zwischen den Kulturen und Zeiten. Es ist für ihn kein Problem, technisch logisch zu denken, wie mit der Sprache des Unterbewussten zu arbeiten. Er ist ein Künstler, der zwischen scheinbar Gegensätzlichem wandeln und es verbinden kann. Er bringt es fertig, den gemeinsamen "Nenner" aus den Kulturen die so verschieden erscheinen, herauszufiltern um daraus wiederum seine eigene Sprache zu entwickeln.

H.Aberwitz, Wien 1999